Normalgewicht und Idealgewicht – was ist der Unterschied?

Wer sich mit Fitness, Sport und Gesundheit befasst, stößt unweigerlich auf das Thema Gewicht. Manche sind in dieser Hinsicht „gesegnet“ und brauchen sich keinen Kopf machen. Figur und Fitnesszustand stimmen. Andere, die gerade erst mit Sport anfangen, vielleicht ab- oder zunehmen wollen, müssen sich damit schon eher auseinandersetzen. Auf zwei Begriffe trifft man dabei oft: Normalgewicht und Idealgewicht. Doch was ist was und welches davon sollte ich anstreben?

Was ist mein Normalgewicht?

Das Normalgewicht gibt einen Gewichtsbereich an. Der wird in etwa geschätzt, basierend vor allem auf der Größe und vielleicht noch dem Alter einer Person. Ein oft hierfür verwendetes Hilfsmittel ist der BMI, der Body-Mass-Index. Die Formel für dessen Berechnung ist einfach: Körpergewicht in kg / (Körpergröße in Metern hoch 2) = BMI. Das würde zum Beispiel für jemanden mit 60 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,70 Metern wie folgt aussehen: 60 / (1,7*1,7) = 20,76. Damit wäre das Gewicht am unteren Rand von normal. Werte unter 20 zählen als niedrig, zwischen 20 und 26 gilt als normal, 26 bis 31 lässt auf leichtes Übergewicht schließen, alles über 31 weist auf Übergewicht hin.

Einer der größten Kritikpunkte am BMI ist, dass er keine Individualität bietet. Das Geschlecht wird ebenso wenig einbezogen wie der Anteil an Muskeln und Fett. In höherem Alter können sich die Normalgewichtbereiche verschieben. Der BMI ist also wirklich nur als Richtwert zu verstehen. Wer viele Muskeln hat – und die wiegen nunmal mehr als Fett – wird tendenziell mehr auf die Waage bringen und vielleicht auch an der Obergrenze seines Normalgewichtsbereichs liegen, obwohl er keineswegs zu viel Fett hat. Dennoch: Es ist ein Anhaltspunkt, wenn man dazu seine persönliche Situation berücksichtigt und einzuordnen weiß.

Waist-to-Hip-Ratio als Alternative zum BMI?

Eine andere Form der Berechnung ist die WHR, die Waist-to-Hip-Ratio. Hier wird, wie der Name vermuten lässt, der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt. Dieser Wert soll eher den individuellen Körperaufbau berücksichtigen und die Fettverteilung im Körper abbilden. Ein Normalgewichtwert würde für Männer bei unter 1 liegen, für Frauen bei unter 0,85. Das klassische Schönheitsideal von 90-60-90 entspräche beispielsweise einem Wert von 0,67. Wer unter 0,8 liegt, hat vermutlich eine Birnenform, wer über 1 liegt eher eine Apfelform. Auch hier gibt es allerdings Schwachpunkte in der Berechnung. Andere Fettpolster, beispielsweise an den Oberschenkeln, werden hierbei nicht berücksichtigt. Auch könnte ein vermeintlich geringer Wert den Eindruck entstehen lassen, das Gewicht sei im Normalbereich, dabei verteilt sich das Fett vielleicht einfach nur gleichmäßig.

Was ist mein Idealgewicht?

Schon das Normalgewicht ist etwas individuelles, das Idealgewicht setzt hier aber nochmal eine Schippe drauf. Denn MEIN Idealgewicht gilt ausschließlich für MICH. Dieser Wert gibt das Gewicht an, bei dem mein Körperaufbau, meine Masse, wirklich ideal sind. Dabei stellt sich schon mal die Frage, welchen (optischen) Maßstab man ansetzt. Wer mehr Wert auf Muskeln legt, hat ein tendenziell höheres Idealgewicht als jemand, der lieber schlanker sein möchte. Das Idealgewicht hat viel mit eigenem Körpergefühl und weniger mit der Zahl auf der Waage zu tun. Der BMI gibt schon mal Aufschluss, in welchem Bereich das Idealgewicht voraussichtlich liegen sollte. Wichtig ist, dass man sich hier gesunde Ziele setzt und sich keinem (übertriebenen) Schönheitsideal hingibt. Zu viel Masse ist hier ebenso wenig förderlich wie Untergewicht. Idealgewicht ist also auch eine Frage eines (gesunden) Selbstbildes und einer realistischen Selbsteinschätzung.

Das klingt jetzt alles toll, aber nicht so wirklich greifbar. Irgendwie will man es ja dann doch messen oder ein Ziel vor Augen haben, dem man sich annähern kann. Deswegen haben viele von uns auch für ihr Idealgewicht gerne zumindest eine ungefähre Vorstellung im Kopf. Die Creff-Formel soll hier Abhilfe schaffen. Hier fließen auch Alter und Körperbau in die Berechnung ein. Und so schaut die Formel aus: (Körpergröße in Zentimetern – 100) + (Alter / 10) * 0,9 = Idealgewicht in Kilogramm bei normalem Körperbau. Bleiben wir beim Beispiel von oben: 1,70 groß, 60 Kilo schwer, 25 Jahre alt, normal gebaut. 65,25 Kilogramm wären das Idealgewicht. Das wäre übrigens ein BMI von 22,58 und damit im unteren Normalbereich.

Wer zierlich gebaut ist, fügt der Creff-Formel ein *0,9 hinzu: (Körpergröße in Zentimetern – 100) + (Alter / 10) * 0,9 * 0,9 = Idealgewicht in Kilogramm bei zierlicher Statur. Bei oben genannter Beispielperson wären das dann 58,73 Kilogramm. Der BMI wäre mit 20,32 an der Untergrenze, was bei schmalem Körperbau aber auch zu erwarten wäre. Wer eine kräftige Statur hat, nimmt zusätzlich mal 1,1: (Körpergröße in Zentimetern – 100) + (Alter / 10) * 0,9 * 1,1 = Idealgewicht in Kilogramm bei stabilem Körperbau. Das entspräche dann 71,78 Kilogramm und einem BMI von 24,84, also dem oberen Rand des Normalgewichts.

Das auf der Waage ist nur eine Zahl

Ein halbwegs normales Körpergewicht ist wichtig für die Gesundheit, das stimmt. Aber am Schluss steht auf der Waage nur eine Zahl, die je nach Qualität der Waage nicht einmal genau stimmen muss. Wie man sich fühlt, die eigene Fitness und die eigene Zufriedenheit sind entscheidend. Das Körpergewicht dient schlussendlich immer nur als Richtwert. Man sollte sich also nicht zu verrückt machen lassen nach der Frage, wie viel man wiegt. Gerade Frauen, die im Kraftsport aktiv sind (und damit seine keine Bodybuilderinnen gemeint), haben meist trotz schlanker, sexy Figur ein paar Kilos mehr als Frauen, die diesen Sport nicht betreiben. Trotzdem sehen sie schlank aus – und eben straff. Gerade da ist das Körpergewicht wirklich zweitrangig.

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