Sind Supplemente notwendig?

Wer trainiert, stößt früher oder später auf diverse Nahrungsergänzungsmittel. Das Sortiment ist nahezu grenzenlos. Es gibt Pulver, Shakes, Tabletten und Drinks, es gibt Kombipacks, einzelne Supplemente und Bundles, es gibt sie zum abnehmen, besser trainieren, Muskeln aufbauen, allgemein fitter sein. Für so ziemlich jedes Problem und jedes Ziel gibt es ein – oder zwei oder zehn – Lösungen in Form von Supplementen. Aber braucht man das überhaupt?

Für wen eignen sich Supplemente?

Die Produktbeschreibungen suggerieren oft, dass Supplemente für jeden gedacht sind und jeder sie brauchen könnte. Immerhin hat ja jeder ein Ziel oder Problem beim Sport. Dabei braucht man vieles gar nicht. Zum einen sind manche Supplemente generell unnötig. Gerade zum Abnehmen gibt es vieles, was den Appetit zügeln oder Fett verbrennen soll. Manches davon hilft sogar. Es ersetzt aber keine gesunde Ernährung, keinen moderaten Sport und keinen gesunden Lebensstil. Wer sich nur darauf verlässt, wird die Pfunde wahrscheinlich auch schnell wieder drauf haben. Man sollte immer bedenken: Es gibt keine Abkürzungen, weder beim Abnehmen, noch bei der Fitnesssteigerung, noch beim Muskelaufbau. Es gibt höchstens Unterstützung.

Mehr als diese Unterstützung sollte man sich von Supplementen also nicht erhoffen. Und Werbung, die deutlich mehr verspricht, ist meist schon ein erstes Zeichen für ein ungesundes Produkt. Wer auf Freizeitlevel Sport betreibt, braucht im Normalfall gar keine Supplemente. Viele kommen selbst auf höherem Niveau wunderbar nur über ihre Ernährung klar. Ab einem gewissen Belastungs- oder Leistungsniveau kann es aber sinnvoll sein, das ein oder andere (nicht alles, was es gibt!) zu ergänzen.

Können Supplemente gefährlich sein?

Ja, können sie. Zum einen wegen den enthaltenen Stoffen selbst, zum anderen wegen unseriöser Produktion. Beispielsweise sind zum Abnehmen viele Pillen mit hohen Koffeinkonzentrationen auf dem Markt. Was die Hersteller nicht unbedingt auf die Packung schreiben, ist dass schon Frauen davon umgekippt sind. Im harmlosesten Fall produziert man mit Nahrungsergänzungsmittel der falschen Art teuren Urin, im schlimmsten Fall nimmt hochkonzentriert Stoffe zu sich, die man nicht braucht, die der Körper nicht verwerten kann und die daher Schaden anrichten. Manches wird durchaus in Organen wie der Leber gespeichert und kann sich hier anreichern. Deswegen sollte man immer überlegen: Brauche ich das wirklich? Und brauche ich es in so hoher Konzentration? Wenn möglich ist die natürliche Quelle aus der Nahrung zu bevorzugen.

Das andere sind unseriöse Hersteller. Nicht jedes No-Name-Präparat, das ich online günstig erstehe, enthält auch, was auf der Packung steht. Es könnte sich um eine geringere Konzentration des Wirkstoffs handeln, es könnte ein reines Placebo sein, es könnte aber auch etwas Giftiges sein. Deswegen sollte man sich den Hersteller und das Herstellungsland genauer anschauen. Wirkt er seriös? Gibt es Ansprechpartner? Was sagen andere Menschen in Erfahrungsberichten über das Produkt? Auch zu unrealistische Versprechungen sind meist kein gutes Zeichen. Genauso wie offensichtlich gefakte oder gekaufte Blogbeiträge, die ein Produkt in den Himmel loben oder gar vor der wahnsinnig hohen Effektivität warnen. Hier sollte man also durchaus bereit sein, ein paar Euro mehr für ein solides Produkt auszugeben. Sonst spart man am falschen Ende.

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