Was ist Muskelkater und woher kommt er?

Das anstrengende Training ist geschafft, also ab unter die Dusche, daheim ins Bett und total erschöpft einschlafen. Am nächsten Morgen merkt man es schon beim Aufstehen: Es zieht und die Muskeln, die man am Tag zuvor so ordentlich strapaziert hat, haben einen Kater. Eigentlich ein gutes Gefühl, denn es zeigt ja, man hat etwas richtig gemacht, man hat Sport gemacht, ist an seine Grenzen gegangen. Aber stimmt das? War unsere Trainingseinheit wirklich super und genau richtig anstrengend, wenn uns am nächsten Tag alles weh tut?

Zuerst mal sollte man sich klar machen, ob man wirklich Muskelkater hat. Eine falsche Körperhaltung beim Training beispielsweise kann auch Schmerzen verursachen, die aber nichts mit Muskelkater zu tun haben. Das Folgende gilt tatsächlich nur für Muskelkater, also die reine (Über-)Belastung der Muskeln.

Woher kommt Muskelkater?

Auf diese Frage war die Antwort lange: Laktat, das Salz der Milchsäure. Es wird beim Sport gebildet und sollte daher der Schuldige sein. Die Muskeln würden „übersäuern“. Dem widerspricht aber, dass Laktat in den Muskeln nach wenigen Minuten wieder abgebaut wird. Muskelkater erwischt uns aber nicht direkt beim Training, sondern erst 12 bis 24 Stunden später.

Inzwischen geht man eher davon aus, dass Überbelastung „Schäden“ an den betroffenen Muskeln verursachen. Keine Sorge, wir reden bei Muskelkater von harmlosen Schmerzen und harmlosen „Schäden“. Die Überbelastung führt demnach zu Mikrorissen im Gewebe, was kleine Entzündungen zur Folge hat. Die wiederum verhärten die Muskeln und lassen sie anschwellen. Die Folge: Wenn sich die Muskeln dehnen, tut es weh.

Kann jeder Muskelkater bekommen?

Dagegen gefeit ist niemand. Selbst wer gut trainierte Muskeln hat, kann bei anderer Belastung als üblich – beispielsweise bei neuen Bewegungsabläufen – Muskelkater bekommen. Das zeigt uns übrigens, dass es wichtig ist, im Training neue Reize zu setzen. Je untrainierter man ist, desto höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, die Muskeln zu überfordern. Deswegen sollte man immer ein wenig Augenmaß beweisen – und ja, gerade zu Trainingsbeginn ist das besonders schwer. Mit der Zeit aber, wenn die Muskeln stärker werden und man seine eigenen Grenzen kennenlernt, kann man Muskelkater auch eher aus dem Weg gehen. Was nicht heißt, dass man sich als Sportler nicht ab und zu freut, wenn man einen bekommt und weiß, man ist über seine Grenzen hinaus gegangen oder hat etwas gefunden, das neu und ungewohnt ist und an dem man arbeiten kann.

Was hilft gegen Muskelkater?

Gegen den Muskelkater selbst hilft nichts. Sind die Muskeln überbelastet und die Fasern erst gerissen, müssen sie heilen. Damit fangen sie schon von sich aus direkt nach der Verletzung an. Es lässt sich hier also nichts beschleunigen oder verkürzen. Den Schmerz lindern kann man allerdings. Einige Sportler sprechen hier wohl gut auf Wärme an. Aktivitäten, die die Durchblutung anregen, werden von einigen als hilfreich empfunden. Das könnte zum Beispiel leichtes Laufen sein. Mediziner empfehlen jedoch eher, bei Muskelkater mehrere Tage ganz auszusetzen und die Muskeln zu schonen, damit sie in Ruhe abheilen können. Das betrifft auch Dehnübungen. Im schlimmsten Fall richtet die Bewegung neue Schäden an. Denn auch wenn Muskelkater grundsätzlich nicht schlimm ist, kann er für dauerhafte Schäden sorgen, wenn er zu oft auftritt. Manche schwören zudem auf Magnesium, entweder als Tablette, Pulver oder Salbe.

Darf ich mit Muskelkater trainieren?

Die Frage ist damit eigentlich schon beantwortet: Nein, denn es würde weiteren Schaden verursachen. Zumal man nicht vergessen sollte: Muskeln bauen sich in der Regenerationsphase auf. Sie ständig überzubelasten und mit der Reparatur zu beschäftigen, dürfte kaum förderlich sein. Wer sich also trotz Muskelkater bewegen will, sollte in einem Bereich bleiben, in dem keine neuen Schäden auftreten, oder gleich ganz andere Muskeln beanspruchen.

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